Sonntag, 30. Mai 2010

Slovan Šal'a - Rimavská Sobota 3:0 (3:0)

Slowakei, 1. liga, 33. kolo, 29.5.2010
Futbalový štadión Šal'a, 204

Der FK Slovan Šal'a siegt völlig problemlos gegen die Samstagskinder von MŠK Rimavská Sobota. Dies obwohl Šal'a am 10. Platz das Schlußlicht der 12er-Liga ist − im Lauf der Saison waren zwei Vereine aus dem Bewerb ausgeschieden (Podbrezová bereits im August wegen angeblicher Benachteiligung durch die Schiedsrichter, Prievdiza erst im März aus finanziellen Gründen). Ereignisreiche Zustände in der slowakischen zweiten Liga, die genauso wie in Österreich dummerweise "1. Liga" heißt.
Wohl angesichts der Aussichtslosigkeit des Spiels beschäftigte sich der zehnköpfige Auswärtsblock in der zweiten Halbzeit teils mit anderen Freizeitaktivitäten wie z.B. Schnurspringen.
Das Stadion des 1921 gegründeten Vereins aus der Kleinstadt Šal'a (ungarisch Vágsellye) östlich von Bratislava faßt 5.000 Leute, 1.500 Sitzplätze.

























Wiener Sportklub - Parndorf 0:2 (0:1)

Regionalliga Ost, 28. Runde, 28.5.2010
Sportclub-Platz, 1.707

Es wäre eine klassische 0:0 Partie gewesen, denn trotz aktiver Mannschaften waren die zwingenden Torchancen rar. Doch obwohl der Sportklub die meiste Zeit drückt und alles versucht, schießt Parndorf eiskalt zu Beginn und in der 90. Minute Tore und bringt den Sieg mit Klasse heim.











Donnerstag, 27. Mai 2010

Schicksalsspiel

Rezension

Schicksalsspiel
Deutschland 1993
Regie: Bernd Schadewald
u.a. mit: Niels Bruno Schmidt, Nicolette Krebitz, Benno Fürmann




Im Rahmen eines Schwerpunkts zu den Aufstiegsfeierlichkeiten des FC St. Pauli lief im Programm des NDR ein Fernsehfilm, der ein wahres Kleinod des Fußballfilms darstellt.
Obwohl eigentlich mehr Liebesgeschichte als Fußballfilm, denn es ist eine Variation des Themas von Romeo und Julia.

1993 entstanden, spielt der Film im kurz zuvor (1991) entbrannten und bis heute haßerfüllten Konflikt zwischen − linken − St.Pauli-Fans und − rechten − Fans von Hansa Rostock. Eingewoben werden daher auch zeitgenössische dokumentarische Szenen und Aussagen involvierter Fans.

Vor diesem Hintergrund, im Kulturkonflikt von Ost und West im frisch wiedervereinigten Deutschland, zwischen linker und rechter Jugendsubkultur, im Milieu jugendlicher halbstarker Provokationslust und Hooliganismus erleben zwei Menschen aus so verschiedenen Ecken ihre tragische Liebe.

Die Geschichte ist sehr plakativ gezeichnet. Die Rostocker sind dumpfe Nazis und gemeingefährliche Gewalttäter. Die St.Pauli-Fans Mittelschicht-Punks im zerstörerischen Selbstmitleid. Aber dennoch packt der Film einen und ist geradezu, ja, rührend. Dazu wird das Fußballfangefühl auf Auswärtsfahrten gut vermittelt − und die bedrückende Gewalttätigkeit der Zeit. Leider wenig zeitgenössische Eindrücke gibt es aus dem alten Rostocker Ostseestadion und vom Hamburger Millerntorstadion vor Um- und Ausbau.

Montag, 24. Mai 2010

Győri ETO - Videoton 1:0 (0:0)

Ungarn, Nemzeti Bajnokság I, 30. forduló, 23.5.2010
ETO-Park, 8.000

Die Spannung in der Luft ist fast mit den Händen zu greifen. Die Gäste aus Székesfehérvár, die nach einem Elektrogerätehersteller traditionell Videoton FC ("Vidi") heißen, brauchen einen Sieg, um Meister zu werden. Für den 1904 gegründeten Győri ETO FC (Győri Egyetértés Torna Osztály Football Club) geht es um drei Punkte, um sich für den Europacup zu qualifizieren.
Das Match auf den Rängen entscheidet der mit Verspätung bummvolle und laute Auswärtsblock klar für sich, während auf heimischer Seite der Stadionsprecher mit Anfeuerungsversuchen über das Mikrophon alle paar Minuten nervt. Am Platz entwickelt sich ein gutes und vor allem spannendes, dramatisches Spiel. Vidi dominiert die erste Hälfte und hat allein in der ersten Viertelstunde drei Top-Chancen. Die Gastgeber kommen erst in der zweiten Hälfte auf. Dennoch erfolgt der späte Siegtreffer in der 82. Minute eigentlich gegen den Spielverlauf, wenngleich es nunmehr viel ausgeglichener zugeht. Der erreichte dritte Platz wird gefeiert wie ein Titel. Vidi ist mit einem Punkt Rückstand nicht Meister.
Das 2008 fertiggestellte Stadion des ungarischen Meisters von 1963, 1982 und 1983 wirkt für die Verhältnisse etwas überdimensioniert. Die 8.000 im Stadion bei diesem "Endspiel" stellen das Dreifache des bisherigen Durchschnittsbesuchs heuer dar. Trotz der beiden hohen und sehr, sehr steilen Längsseitentribünen kann die Gestaltung mit zwei Stahlrohrkonstrukten hinter den Toren nicht überzeugen.
Vor dem Spiel wurde das Stadion des DAC besucht und die Innenstadt Győrs besichtigt.































DAC Sporttelep (Nádorvárosi Stadion), Győr

23.5.2010

Der 1912 gegründete Dunántúli Atlétikai Club ("Transdanubischer Athleten-Club") aus dem Stadtteil Nádorváros der Stadt Győr war lange Zeit hinter Győri ETO die zweite Kraft der Stadt, nach 1945 als Verein der Eisenbahngesellschaft MÁV. In der Saison 2008/09 war man noch 11. in der westlichen Division der zweiten Liga, doch später im Jahr 2009 wurde der Betrieb eingestellt.
Das DAC Sporttelep wurde 1980 eröffnet und faßt 6.000 Leute (1.500 Sitz- und 4.500 Stehplätze). Aufgrund des augenscheinlich guten Zustands dürfte es gepflegt und bespielt werden.











Marathon Korneuburg - Rapid 1:10 (1:4)

Testspiel, 21.5.2010
Rattenfängerstadion, 1.600

In einem abschließenden Freundschaftsspiel gewinnt Rapid ohne Probleme gegen den Siebtligisten ASC Marathon Korneuburg, dessen Rattenfängerstadion ich schon voriges Jahr besucht habe, damals noch in der 6. Liga. Die Korneuburger waren zwar sichtlich engagiert, zu mehr hat es aber nicht gereicht.
Innovativ die Leute, die Eintrittsgeld sparten, indem sie ihren Traktor am Acker neben dem Sportplatz parkten.