Dienstag, 30. September 2014

Stoke City - Newcastle United 1:0 (1:0)

England, Premier League, game week 6, 29.9.2014
Britannia Stadium, 26.332

Sehr verdient gewann Stoke City gegen ein klar unterlegenes Newcastle. Die größte Chance der Gäste war ein Lattentreffer in der zweiten Halbzeit, der angesichts des knappen Spielstands aber Goldes Wert hätte sein können.
Seit 2013 spielt hier mit Marko Arnautović ein Wiener. Er wird hier Arnie gerufen und wurde nach einer Verletzung Mitte der ersten Halbzeit eingewechselt. Nachdem ich ihn zuvor noch nie irgendwo spielen gesehen hatte, konnte ich über ihn bisher noch nie etwas sagen. Sein Einstand war ein kleines Fehlpass-Kunststück, dann lieferte er rechts außen im Mittelfeld eine von Zweikämpfen und Dribblings geprägte gefällige Partie ab. Mit einem Distanzschuss vor der Pause und nach einem Sololauf zehn Minuten vor dem Ende hätte er das Match vorentscheiden können.
Im großen Newcastle-Auswärtsblock hielten einige Leute Zettel mit der Aufschrift Sack Pardew hoch, mit denen sie die Entlassung des Trainers forderten. Auf der gegenüberliegenden Hintertortribüne mit den sangesfreudigen Stoke-Fans erfreute man sich u.a. am ebenfalls an den Gästetrainer gerichteten Chant You gonna get sacked in the morning. Auf beiden Seiten wurde das eine oder andere Mal gesungen. Ansonsten rührte sich vor allem etwas, wenn Schiedsrichterentscheidungen Unmut hervorriefen.
Der Stoke City FC wurde 1863 als Stoke Ramblers gegründet. Von 1878 bis 1928 hieß der Verein Stoke FC und änderte den Namen als aus Stoke eine Stadt wurde. 1888 war Stoke ein Gründungsmitglied der Football League. Da sie dann 1888/89 Letzter wurden, bekamen sie als Trostpreis einen hölzernen Löffel überreicht. Der Verein trägt den Beinamen The Potters („die Töpfer“), was sich auf die hier jahrhundertelang prägende Keramikindustrie bezieht. 1972 gewann Stoke den Ligacup, 2011 erreichte man das Finale des FA-Cups. 1972/73 und 1974/75 spielte Stoke jeweils eine Runde im UEFA-Cup, 2011/12 kam man in der Europa League über Qualifiationsrunden und Gruppenphase hinweg bis ins Sechzehntelfinale. Nach Jahrzehnten des Pendelns zwischen der Erst-, Zweit- und Drittklassigkeit erreichte Stoke 2008 nach 23 Jahren wieder die erste Liga.
Vor dem Stadion ehrt eine als dreifache Figurengruppe konzipierte Statue des Fußballers in Aktion den größten Spieler des Vereins, Stanley Matthews (1915−2000). Er spielte hier von 1934 bis 1947 und von 1961 bis 1965 bevor er mit 50 Jahren (!) seine Profikarriere beendete. Matthews gilt als einer der besten englischen Fußballer der Geschichte und erhielt 1956 den ersten Ballon d’Or als Europas Fußballer des Jahres. Seine Asche wurde nach seinem Tod unter dem Mittelkreis des Spielfelds des Stadions bestattet.
Eine Büste ehrt weiters John Ritchie (1941−2007), der mit 176 Toren in 347 Spielen der Rekordtorschütze von Stoke ist.
Das Britannia Stadium wurde 1997 eröffnet und hat heute eine Kapazität von 27.740 Sitzplätzen. Ungewöhnlich für einen Neubau ist die Bauweise mit einer verbauten und drei freien Ecken, einem L und zwei freistehenden Tribünen. Das Stadion ersetzte nach 119 Jahren das 1878 eröffnete Vorgängerstadion Victoria Ground.
Vor dem Spiel wurde durch Stoke-on-Trent spaziert.















































Lost Ground Victoria Ground, Stoke City

Stoke-on-Trent, 29.9.2014

1997 verließ der Stoke City Football Club nach 119 Jahren sein 1878 eröffnetes Stadion und bezog das neuerrichtete Britannia Stadium. Als hier am 4. Mai 1997 das letzte Pflichtspiel ausgetragen wurde, war der Victoria Ground das dienstälteste Stadion Englands.
Die Kapazität des Stadions erreichte zu den besten Zeiten 56.000 Plätze. Soviele Zuschauerinnen und Zuschauer kamen 1963 zum Jubiläumsspiel zum 100-jährigen Jubiläum des 1863 gegründeten Vereins gegen Real Madrid. In den 1990er Jahren war es für 25.000 Plätze zugelassen. Die geschlossenen engen Tribünen erzeugten eine gute Akustik, sodass die Gesänge der Fans hier eine hohe Lautstärke erreichten.
Bei der Eröffnung am 28. März 1878 hatte das Stadion noch eine ovale Form und eine Leichtathletiklaufbahn um das Feld. Es gab eine kleine Holztribüne und auf drei Seiten grasbewachsene Böschungen aus Raum für Zuschauerinnen und Zuschauer. Der Stadionname leitete sich vom nahen Victoria Hotel ab. In den 1920er Jahren wurde eine zweite Tribüne gebaut und in den 1930er Jahren schließlich neue große Terraces errichtet. 1937 verfolgten hier bereits 51.380 Menschen ein Spiel gegen Arsenal. Das Antlitz des Stadions wie es bis zum Schluss aussah stammte im wesentlichen aus den 1960er Jahren.
Nach dem letzten Pflichtspiel der Kampfmannschaft in der letzten Runde der Saison 1996/97 gab es hier noch einige Jugend- und Reserve-Spiele. Die beiden letzten Spiele waren Vorbereitungsspiele der Kampfmannschaft gegen Everton und Coventry City. Nach der offiziellen Eröffnung des neuen Stadions wurde der Victoria Ground im Winter 1997/97 abgerissen. Seither ist es eine brachliegende Gstettn.
















Historische Bilder



Bild: Wikipedia






Bild: The Sentinel
Luftaufnahme der Baustelle des neuen Stadions im Vordergrund,
der Victoria Ground im Hintergrund


Stanley Matthews


Der größte Spieler, der her gespielt hatte, war Stanley Matthews, Vereinsheld von Stoke City und englischer Nationalheld, der bis in seine 50er Jahre (!) in der ersten englischen Liga als Stürmer spielte. Hier eine Keramik-Heldenverehrung von Matthews aus der Stadt.

Montag, 29. September 2014

Rapid - Red Bull 1:2 (0:0)

Bundesliga, 10. Runde, 28.9.2014
Ernst-Happel-Stadion, 25.300

Leider hatten sich die Dosen unter der Woche im Cup gegen einen Sparringpartner aus der zwischenzeitlichen Depression und Niederlagenserie herausgeschossen. Wir selbst kamen in diesem Spiel nicht an sie heran und verloren zum großen Leidwesen sportlich hochverdient. Das Ergebnis sieht besser aus als es das etwas ängstlich wirkende und torchancenlose Spiel war.
Gegen Ende beging ein Fanklub in der Kurve mit viel Rauch und Bengalenwürfen auf die Laufbahn seine Selbstauflösung.