Samstag, 22. Juli 2017

Rapid - Mattersburg 2:2 (1:0)

Bundesliga, 1. Runde, 22.7.2017
Weststadion, 17.800

2:2 nach 2:0-Führung zum Meisterschaftsauftakt. 65 Minuten bei Hitze mit einem Mann weniger ist nicht einfach. Hättiwari hilft nichts, aber wenn das Spiel am Abend statt am Nachmittag stattgefunden hätte, hätten wir uns vielleicht nicht zwei Tore in der Schlussphase gefangen. Auf die rote Karte für Joelinton aufgrund Nachtretens folgte sogleich nach Freistoß das 1:0 durch Auer, was das ganze etwas einfacher machte. Mit dem 2:0 durch Wöber zwölf Minuten nach der Pause schien es gut auszusehen, doch binnen fünf Minuten glich Mattersburg aus. Das hätte nicht sein müssen.
Steffen Hofmann ist seit dem Cupspiel von voriger Woche alleiniger Rekordspieler Rapids. Vor dem Spiel wurde er dazu von den Ultras Rapid mit einer ihm gewidmeten Schwenkfahne geehrt, die seinen Namen und seine Rückennummer trägt.
Andy Marek wurde nicht nur zu seinem 55. Geburtstag gratuliert sondern von Verein (Ehrung) und Block West (Spruchband und Sprechchor) auch zu unglaublichen 25 Jahren als Stadionsprecher − und das ohne ein Heimspiel versäumt zu haben.
Auf den Tag genau vor 120 Jahren war mit dem 1. Wiener Arbeiter Fußball-Club der Vorgängerverein Rapids gegründet worden. Daran erinnerte Geschäftsführer Peschek in seiner Ansprache vor Ankick und dazu veröffentlichte Rapid auch eine Information auf der Homepage und im Matchprogramm (Choreobild von Wals auswärts im Mai). Die Lords kritisierten per Spruchbändern die Präsentation eines weiteren fragwürdigen Sponsors, des keine Steuern zu zahlen als Geschäftsmodell praktizierenden Fuhrunternehmens Uber.

Freitag, 21. Juli 2017

Großer Bruder


Rezension


Großer Bruder
Ein Film über 15 Jahre Freundschaft
Ein Film von Christan Mössner
UR 1988 & UN 1994
D 2017
78 Min.

Österreich-Premiere: Gartenbaukino, Wien, 21.7.2017




Als Geschenk zur Feier des 15-jährigen Jubiläums ihrer Freundschaft schenkten die Ultras Nürnberg den Ultras Rapid einen Film. Nicht irgendein Film, sondern eine von den bewährten Nürnberger Filmprofihänden produzierte Dokumentation über ihre Freundschaft.



Das schöne Gartenbaukino am Wiener Parkring wurde für die Österreich-Premiere auserkoren. Es wurde ursprünglich 1919 eröffnet und 1960 im Zuge des Neubaus des Gartenbauhochhauses am selben Standort neu errichtet. Der Saal mit über 700 Plätzen war voll mit gespannten Besucherinnen und Besuchern, die auf den (soweit mir bekannt) ersten derartigen Films über eine Freundschaft einer österreichischen Ultràgruppe warteten.

Man wurde nicht enttäuscht. Nach einleitenden Worten von Seiten der Ultras Rapid und des Filmemachers, der als Dank einen Oscar für sein Werk als Geschenk bekam, begann der Film. In 13 Kapiteln wird die Geschichte der Freundschaft in Interviews mit prägnanten Persönlichkeiten erzählt: Von ersten Anknüpfungspunkten, Besuchen, Fetzen, Zusammenwachsen, dem Höhepunkt des intensiv zelebrierten Freundschaftsspiels 2013 im Hanappi-Stadion mit seinen Folgen, Europacuperlebnissen und diversen persönlichen Highlights. Einige interessante Einblicke und Aussagen, Schmankerl und viele schöne Bilder in und abseits der Stadien bietet der beeindruckende Film. Ultras Nürnberg zeigen, wie sie Ultras Rapid als „großen Bruder“ erlebt haben, erleben und schätzen. Ultras Rapid erzählen, wie wichtig ihnen diese tiefgehende Freundschaft ist.



Der Film ist bei den Gruppen auf Blu-ray Disc erhältlich.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Ballesterer 123

Rezension

Ballesterer
Nr. 123, August 2017
84 S.


Eine Doppelausgabe legt der Ballesterer diesmal vor − eine Wendeausgabe mit zwei Titelblättern, die je zur Hälfte dem Start der Bundesliga-Saison 2017/18 und der Frauen-EM gewidmet ist.

Saisonstartausgaben sind für meinen Geschmack die unspannendsten Hefte, die eine Fußballzeitschrift produzieren kann. Weitergehende Befürchtungen waren aber unberechtigt und man kann den Bundesliga-Schwerpunkt kurzweilig lesen. Dass man dabei auch etwas über den eigenen Verein lesen kann, hilft natürlich. Es gibt Beiträge zur Übergangssaison bis zum neuen Spielmodus mit Wettbewerbsverzerrung zugunsten von „Spannungselementen“ sowie unterschiedliche Texte zu den einzelnen Vereinen. Von mir selbst wird das Mattersburger Pappelstadion vorgestellt (ballesterer.at).

Nationalbewegter Fußball ist nicht meines, was auch für Frauenfußball gilt. Dass dem Thema der EM 2017 soviel Platz eingeräumt wurde, ist aber eine gute Sache und man ist anschließend von geschichtlichen bis zu taktischen Aspekten und Länderportraits rundum informiert. Alles wurde aufmerksam gelesen, auch wenn ich aus genanntem Grund wohl ebensoviele Frauen-EM-Spiele 2017 anschauen werde wie Männer-EM-Spiele 2016 (keines).